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BBS Aktuell

EMM(A)²: Projekt fördert Mütter mit Migrationshintergrund
15.11.2015

"Die Schnittstellen müssen noch enger zusammenarbeiten"

Ahaus. „Ich habe schon mehr als 200 Bewerbungen geschrieben – ohne Erfolg. Oft habe ich nicht einmal die Chance auf ein persönliches Vorstellungsgespräch bekommen. Sicherlich habe ich noch einige Lücken hinsichtlich meiner Kenntnisse im Schriftdeutsch. Mit einer Nachschulung wäre das sicherlich schnell behoben. Aber die passende zu finden und zu finanzieren, das ist nicht einfach.“

Die gelernte Kauffrau aus Polen ist kein Einzelfall bei der bisher vergeblichen Suche nach einem Arbeitsplatz in ihrem neuen Heimatland. „Und was ist, wenn Sie dem potenziellen Arbeitgeber anbieten, bei ihm zur Probe zu arbeiten?“, versucht Ingrid Arndt-Brauer einen Lösungsweg anzubieten: „Ich finde diese Möglichkeit zwar grundsätzlich nicht so toll – aber es wäre in dem Fall einen Versuch wert.“
Die SPD-Bundestagsabgeordnete, die in Begleitung von Ludwig Niestegge, SPD-Ortsvereinsvors. Ahaus, erschienen war, nahm sich an diesem Morgen bei ihrem Besuch in der Berufsbildungsstätte Westmünsterland (BBS) viel Zeit, um sich die Schwierigkeiten anzuhören, mit denen die Frauen mit Migrationshintergrund bei der Suche nach einem festen Job zu kämpfen haben. Seit drei Wochen bekommen die Frauen jetzt bei ihren Anstrengungen durch die BBS professionelle Unterstützung. Im Rahmen des EMM(A)²-Projektes werden sie entsprechend gecoacht und gefördert.
Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird mit Geldern aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Die BBS hat sich für das EMM(A)²“-Projekt das Jobcenter im Kreis Borken, ebenfalls aber auch das Jobcenter im Kreis Coesfeld sowie die Bundesagentur für Arbeit, Coesfeld, als Kooperationspartner mit ins Boot geholt, um möglichst breit aufgestellt für die Frauen agieren zu können. Weitere Partner sind das Bildungswerk der Caritas mit Sitz in Ahaus sowie der Caritasverband der Dekanate Ahaus/Vreden. „Durch die Kooperation zwischen der Caritas, die seit vielen Jahren für die sozialpflegerischen Berufsfelder ausbildet, und der BBS mit ihrer langen Tradition als Dienstleisterin für Handwerk und Industrie bedienen wir im Rahmen des EMM(A)²-Projektes gleich zwei Bereiche, in denen aktuell Fachkräftemangel vorhanden ist“, erläuterte Sonja Schaten von der BBS die Konzeption im Gespräch mit Ingrid Arndt-Brauer.
Teilnehmen am EMM(A)²-Projekt können Mütter mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 25 und 50 Jahren. Zunächst absolvieren die Frauen einen achtwöchigen Orientierungskurs, der in Teilzeit vormittags angeboten wird. Inhaltlich geht es dabei um die Berufswahlorientierung, die individuelle Vereinbarkeit von Familie und Beruf, interkulturelles Training sowie den Erwerb sprachlicher und sozialer Kompetenzen. Zwei Orientierungspraktika in zwei verschiedenen Berufsfeldern schließen sich an. Eine weitere Qualifizierungsphase ist Anfang nächsten Jahres vorgesehen. Dort wird den Frauen in zwei Gruppen berufsbezogener Sprach- und Fachunterricht angeboten. Die Vermittlungs- und Nachbereitungsphase folgt dann bis Juli. Hier steht natürlich die Aufnahme einer Arbeit oder Ausbildung im Mittelpunkt.
„Wir suchen mit den Frauen den für sie richtigen Weg und stoßen bei den Arbeitgebern die Türen auf“, fasste Sonja Schaten die Rolle der Projekt-Mitarbeiterinnen zusammen.
„In diesem Zusammenhang ist es sicherlich auch wichtig, dass wir einen Mindestlohn haben, und die Menschen nicht ausgenutzt werden“, lautete das Fazit der SPD-Politikerin Ingrid Arndt-Brauer. „Ich denke es geht darum, dass sich beide Seiten - Arbeitgeber und Frauen – aufeinander zu bewegen.“ Ganz wichtig ist der Abgeordneten zudem, dass „wir uns noch mehr Gedanken machen, wo wir die Frauen mit den Angeboten erreichen, um ihnen gezielt Informationen zur Qualifizierung und Weiterbildung an die Hand geben können. Das, was ich von meinem Besuch mitnehme, ist: Die Schnittstellen müssen zukünftig noch enger zusammenarbeiten.“

Frauen, die Fragen zum Projekt EMM(A)² und zu den Einstiegsvoraussetzungen haben, können sich bei der BBS an Ulrike Broscheit, Tel.: 02561/ 699-440, oder Kathrin Rick, Tel.: 02561/ 699-454, wenden.

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